Dorfentwicklung am Tagebaurand
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Dorfentwicklung am Tagebaurand

Grundsätzlich handelt es sich bei den zukünftigen Tagebauranddörfern von Venrath und Kaulhausen bis Holzweiler um ländliche Siedlungen mit einer älter werdenden Bevölkerung, mit Herausforderungen im Bereich Versorgung und Mobilität, mit Potentialen im Bereich der Gebäude- und Grundstücksnutzung sowie aktiven Vereinen und Nachbarschaften. Dazu wird jedoch im Zuge des fortschreitenden Braunkohlentagebaus und dessen Ende eine neue Situation hinzukommen.

 

Die Landschaft und das Umfeld der Dörfer verändern sich in einer Dynamik, wie es nur im unmittelbaren Umfeld von Tagebauen geschieht. Verkehrsverbindungen entfallen und müssen neu geplant und gebaut werden, Flächen und Felder werden neu geordnet und die Beziehungen zu den durch Umsiedlung betroffenen Orten werden sich ebenfalls verändern und neu sortieren müssen. Zusätzlich besteht die Sorge, dass der heranrückende Tagebau auch Belastungen wie Staub und Lärm mit sich bringt.

 

Die Stadt Erkelenz fordert seit dem ersten Braunkohlenplan Garzweiler II, dass eine Betrachtung des Tagebaurandes im Rahmen des Braunkohleplanverfahrens nicht außen vor gelassen werden darf. Das Bergrecht verpflichtet den Bergbautreibenden jedoch nicht zu Maßnahmen, um die Entwicklung in den „Randdörfern“ zu unterstützen.

 

Daher hat die Stadt Erkelenz sich einerseits bemüht, RWE Power zur Kooperation in diesem Bereich zu bewegen. Andererseits wird die klassische Förderkulisse für Maßnahmen im ländlichen Raum, welche über EU-Fördermittel und Landesmittel bereitgestellt wird, herangezogen.

 

Allgemeine Informationen zum Thema Dorfentwicklung auf der Homepage des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz finden Sie hier.

 

Förderung für Venrath/ Kaulhausen und Holzweiler

Dazu steht die Stadt Erkelenz in engem Kontakt mit dem Dezernat 33 „Förderung im ländlichen Raum“ der Bezirksregierung Köln. Dort werden die Förderanträge bearbeitet und Maßnahmen in den Kommunen begleitet. Im Rahmen der aktuellen Förderperiode 2014-2020 hat die Stadt Erkelenz für Venrath/ Kaulhausen sowie für Holzweiler eine Förderung zur Erstellung eines sogenannten Dorfinnenentwicklungskonzeptes (DIEK) bekommen. Übergeordnetes Ziel eines solchen Konzeptes ist eine langfristig angelegte Gesamtstrategie zur nachhaltigen Weiterentwicklung und dem Erhalt des dörflichen Gefüges vor dem Hintergrund des heranrückenden Tagebaus sowie den Lebensumständen im ländlichen Raum. Nach einer Bearbeitungszeit von ca. einem Jahr, unter Beteiligung eines Planungsbüros und der Bevölkerung, ist das Konzept in der Regel erstellt. Auf dieser Grundlage können dann konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der erarbeiteten Projekte und Ideen begonnen werden. Diese Umsetzungsphase wird dann erneut durch die Bezirksregierung gefördert.

 

Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) für Venrath und Kaulhausen

Im September 2016 konnte zusammen mit dem Büro Raumplan aus Aachen mit der Erarbeitung des DIEK begonnen werden. Unter reger Beteiligung der Bevölkerung wurde in einer Auftaktveranstaltung, der ersten Zukunftswerkstatt, der Grundstein zur Erstellung des Konzeptes gelegt. Die Bürger haben dort ihre Ideen, Wünsche und Sorgen für Venrath und Kaulhausen mitgeteilt.

 

Weitere Informationen hier zum Download:

Dokumentation „Zukunftswerkstatt“

 

„Dorfspaziergang“ am Samstag, 05.11.2016

Professor Rolf Westerheide und das Team des Planungsbüros RaumPlan, Aachen, haben gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Kaulhausen und Venrath einen Rundgang durch beide Dörfer gemacht. Bei der Ortsbegehung wollten sich die Planer mit Hilfe der ortskundigen Teilnehmer ein konkretes Bild machen, Fragen klären und Problempunkte ansprechen.

 

Der Rundgang (in zwei Gruppen) dauerte etwa zwei Stunden und endete mit einer Abschlussbesprechung in der Gaststätte Bruns. Einen Mittagsimbiss, Kaffee und Kaltgetränke hatte die Dorfgemeinschaft organisiert. Insgesamt konnten Bürger und Planer sich viele einzelne Situationen in den Orten genauer anschauen und besprechen und somit neue Eindrücke bzw. Informationen gewinnen.

 

Protokoll des Rundgangs in Venrath-Nord

Protokoll des Rundgangs in Venrath-Süd/ Kaulhausen

Karte mit Hinweisen

 

Zweite Zukunftswerkstatt für Venrath und Kaulhausen

Großer Andrang bei der zweiten „Zukunftswerkstatt“ am 25. Januar in der Gaststätte Bruns in Venrath. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt Erkelenz gefolgt, um zu erfahren, welche Ideen und Projektvorschläge das Planungsteam um Professor Rolf Westerheide und Uli Wildschutz für das künftige Dorfentwicklungskonzept für Venrath und Kaulhausen erarbeitet hatten.

 

Prof. Rolf Westerheide lenkte zunächst den Blick der Besucher zurück auf die bisherigen Veranstaltungen in 2016, die erste Zukunftswerkstatt zum Auftakt, die Dorfbegehung und den Studentenworkshop. Gemeinsam mit Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan Aachen stellte er dann die ersten Ideen und Projektansätze für Venrath und Kaulhausen vor. Aus den Handlungsfeldern „Gemeinschaft und soziale Infrastruktur“, „Öffentlicher Raum und Verkehr“, „Landschaft und Freizeitgestaltung“, „Bauen, Wohnen und Energie“ und „Landwirtschaft, Gewerbe und Versorgung“ entstanden die Projektideen auf der Basis der von den Bürgern in den bisherigen Veranstaltungen gemachten Vorschläge. Von der Neugestaltung der Dorfplätze in beiden Orten über einen Festplatz bis hin zur Schaffung eines Rundweges um die Ortschaften wurde ein breites Spektrum an Projektvorschlägen vorgestellt und diskutiert. Am Ende konnten die Bürger ihren Wunsch nach einer Reihenfolge für die Umsetzung der Projekte abgeben.

 

Zum Download:

Präsentation vom 25.01.2017

 

In einem nächsten Schritt werden seitens der Planer diese Reihenfolge und die Projekte ausgearbeitet. Zu verschiedenen Projekten bildeten sich Arbeitskreise, die in mehreren Sitzungen Ideen und Inhalte erarbeiteten. Im Oktober werden die Ergebnisse und das Konzept in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Anschließend soll das DIEK vom Rat  der Stadt Erkelenz beschlossen werden. Auf dieser Grundlage können dann einzelne Projekte wiederum mittels Förderung durch die Bezirksregierung umgesetzt werden. Dadurch können öffentliche Maßnahmen mit 65% und private Maßnahmen mit 35 % gefördert werden.

 

Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) für Holzweiler

Die Stadt Erkelenz hatte am 23.06.2017 in den Saal Boss in Holzweiler eingeladen, um gemeinsam mit den Bürgern den Dorfentwicklungsprozess zu starten und für eine intensive Mitarbeit an der Erstellung des sog. Dorfinnenentwicklungskonzepts (DIEK) zu werben. In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Planerteam unter Leitung von Prof. Rolf Westerheide (RWTH Aachen) und Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan in Aachen möchte die Stadt Erkelenz in einer ca. einjährigen Arbeitsphase das DIEK erstellen. Ziel ist es, die gewachsenen Strukturen und charakteristischen Eigenarten von Holzweiler langfristig zu erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung anzustreben.

 

Das Interesse an dem Prozess ist groß, ca. 180 Bürger folgten der Einladung und beteiligten sich intensiv an der von Herrn Prof. Westerheide moderierten Veranstaltung. Mit Interesse verfolgte auch Herr Guido Forst von der Bezirksregierung als Fördermittelgeber, wie konstruktiv sich die Anwesenden in den Prozess einbrachten und neben Kritik auch zahlreiche Ideen und Anregungen äußerten, um Holzweiler in Zukunft attraktiver zu machen.

 

Erste Ideen

Die Idee der frühzeitigen Gestaltung der Tagebaufolgelandschaft im Sinne des aus der Zusammenarbeit zwischen Erkelenz, Mönchengladbach, Jüchen und Titz hervorgegangenen „Drehbuchs“ wurde dabei begrüßt. Der darin enthaltene „Grüne Ring“ um den Tagebau mit Radschnellweg sowie die Gestaltung des Tagebaurandes werden im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts eine wichtige Rolle spielen. Auch wurden u.a. Ideen geäußert, die Aufwertung der Sportanlagen, das Thema Wegenetz, die Aktivierung von Bauland, einen Dorfladen oder das Thema altersgerechte Wohnformen in das Konzept einzubringen. Das rege Vereinsleben und die starke Dorfgemeinschaft sollen weiter unterstützt und gefördert werden.

Die Planer sowie die Holzweiler waren sich einig, dass der Ort große Potentiale bietet und mit dem Engagement der Bürger Vieles bewegt werden kann. Die Stadt Erkelenz und die Bezirksregierung Köln werden die Bürger dabei unterstützen. In den kommenden Wochen und Monaten wird schon in ersten Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen diskutiert und gearbeitet. Die Initiative „Wir in Holzweiler“ möchte sich in dem Prozess engagieren und warb für weitere interessierte Mitglieder.

Bis zur nächsten großen Veranstaltung im Herbst 2017, sollen die eingebrachten Ideen in den Arbeitsgruppen weiter ausgearbeitet und konkretisiert werden. Weiterhin wird am 16. September 2017 ein Dorfspaziergang mit Planern und Bürgern stattfinden. Dadurch bietet sich für die Teilnehmer die Möglichkeit, vor Ort auf bestimmte bauliche und räumliche Situationen im Dorf aufmerksam zu machen und neue Eindrücke zu gewinnen.

 

Zum Download:

Protokoll der Auftaktveranstaltung/ Zukunftswerkstatt

 

„Dorfspaziergang“ Holzweiler am 16.09.2017

Professor Rolf Westerheide und das Team des Planungsbüros RaumPlan aus Aachen haben gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Holzweiler einen Rundgang durch den Ort gemacht. Bei der Ortsbegehung wollten sich die Planer mit Hilfe der ortskundigen Teilnehmer ein konkretes Bild machen, Fragen klären und Problempunkte ansprechen. Der Termin wurde von den Holzweilern gut angenommen, man teilte sich in 2 Gruppen auf und nahm den Nordosten sowie den Südwesten Holzweilers unter die Lupe. Es nahmen ca. 45 interessierte Bürgerinnen und Bürger teil.


Zum Download:
Protokoll des Rundgangs in Nordost

Protokoll des Rundgangs in Südwest

Karte mit Hinweisen