Kaisersaal und Kindergarten in Immerath (neu) offiziell zu übergeben
Nach nur 18-monatiger Bauzeit übergaben Bürgermeister Peter Jansen und Alois Herbst von RWE Power den Neubau des Kaisersaals und des Kindergartens an die Bürger in Immerath (neu). Damit ist am neuen Umsiedlungsstandort nicht nur eine umfassende Kinderbetreuung sichergestellt, sondern auch die Möglichkeit gegeben, Feste zu feiern und Tagungen abzuhalten.
Richtig Leben herrschte in den neuen Räumlichkeiten des Kaisersaals und des sich unmittelbar anschließenden Kindergartens, waren doch neben den erwachsenen Gästen und Besuchern auch viele Kinder mit ihren Eltern zur Einweihung gekommen. „Das Herzstück für das Gemeinschaftsleben in Immerath (neu) ist geschaffen“, resümierte Bürgermeister Peter Jansen. Er lobte die Immerather Dorfbevölkerung, bei der er schon sehr früh in der Umsiedlungsphase das Gefühl gehabt habe, dass sie mit positivem Denken im Aufbruch sei und aktiv die Zukunft gestalten wolle.
Im Rahmen der Umsiedlungen von Immerath und Borschemich auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz wurde mit der Fertigstellung des Kaisersaals und des Kindergartens ein weiterer Meilenstein bei dem Bau kommunaler Einrichtungen erreicht. Bereits eine Woche zuvor konnten in Borschemich (neu) die dortige Mehrzweckhalle offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.
„Wir haben unseren Saal zurück“ brachte es Hans-Walter Corsten, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Immerath, auf den Punkt. Die Vorsitzende des Bürgerbeirates Immerath, Gisela Berger, sprach von einem „stolzen Tag“ für Immerath, an dem „die Früchte unserer zehnjährigen Arbeit“ geerntet würden.
Auch in Immerath (neu) hatten sich Stadt Erkelenz und RWE Power zum Ziel gesetzt, die gesetzlichen Standards im Bereich Klimaschutz zu übertreffen und die beiden Gebäude zu einem Leuchtturmprojekt zu machen. „Durch die Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude wird sich der Jahresenergiebedarf erheblich verringern. Das ist nicht nur ein Plus für die Umwelt, sondern trägt auch dazu bei, die laufenden Energiekosten deutlich zu senken“, betonte Alois Herbst. Möglich wurde dies erst durch eine Unterstützung durch RWE Power in Höhe von 200.000 Euro, die zusätzlich zu den bereits festgelegten Entschädigungssummen geleistet wurde.
Durch den Einsatz einer hocheffizienten und modernen Gebäudetechnik und den gesteigerten passiven Maßnahmen, wie zum Beispiel ein höherer Wärmedämmstandard, wird die bestehende gesetzliche Energieeinsparverordnung um mehr als zehn Prozent unterschritten. Damit sinkt der Jahresenergiebedarf der neuen Gebäude um mehr als 50 Prozent gegenüber der Altsubstanz und die CO²-Bilanz wird erheblich verbessert. Neben dem Einsatz modernster Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wurden auch in Sachen Beleuchtung mit tageslichtgesteuerten Anlagen innovative Wege beschritten.
Jansen attestierte Architekt Josef Viethen einen zweckmäßigen, architektonisch und städtebaulich gut gelungenen Bau, der hervorragend durch die unmittelbar daneben liegende, großzügige Grünanlage und einen Spielplatz ergänzt werde. Viethen dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und überreichte Jansen den symbolischen Schlüssel für das neue Gebäude.
Ehe die offizielle Schluss-Steinlegung vollzogen wurde, segneten Gemeindereferentin Maria Bubenitschek und die beiden Pfarrer Günther Salentin sowie Günter Jendges die beiden Gebäude ein.
Die fest eingebaute Bühne im Kaisersaal musste ihre Tauglichkeit gleich unter Beweis stellen. Eine Gardetanzgruppe und eine Showtanzgruppe der Karnevalsgesellschaft Immeroder Seckschürger boten eine karnevalistische Einlage und trugen somit zum Rahmenprogramm bei.
Die zahlreichen Gäste und Besucher nahmen anschließend die Gelegenheit wahr, die neuen Räumlichkeiten zu erkunden. Auch die vielen Kinder machten deutlich, dass sie sich in „ihrem“ neuen Kindergarten schon wohl fühlen.
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Zeitablauf
| Juni 2008 | Ratsbeschluss zum Bau des Kaisersaales und des Kindergartens am Umsiedlungsstandort Immerath (neu) |
| Dez. 2008 | Vergabebeschluss der Vorentwürfe an das Architekturbüro Viethen |
| April 2009 | Vorstellung der ersten Entwürfe gegenüber dem Bürgerbeirat Immerath |
| Sept. 2009 | Baubeschluss durch den Bau- und Betriebsausschuss |
| Sept. 2009 | Beauftragung des Architekturbüros Viethen mit der Durchführung des Projektes |
| Jan. 2010 | Einreichung des Bauantrages |
| Mai 2010 | Veröffentlichung der Erd-, Mauer- und Betonarbeiten |
| Juni 2010 | Vergabe der Rohbauarbeiten im Bau- und Betriebsausschuss |
| Aug. 2010 | Einrichtung der Baustelle |
| Sep. 2010 | Grundsteinlegung |
| 10.02.2011 | Insolvenz der Rohbaufirma Wilms |
| 03.03.2011 | Übernahme der Rohbauarbeiten durch Fa. H.-K. Jansen |
| Juli 2011 | Beginn der Ausbaugewerke |
| 08.11.2011 | Übertragung der WDR-5 Radiosendung „Stadtgespräch“ aus dem Kaisersaal |
| Dez. 2011 | Fertigstellung des Kindergartens |
| Jan. 2011 | Fertigstellung des Kaisersaals |
| 13.01.2012 | Einweihung des Kaisersaals und des Kindergartens |
Zahlen – Daten - Fakten
Raumprogramm Kaisersaal
| Kellergeschoss: | Lager und Technik | 47,00 m² |
| Erdgeschoss: | Foyer Saal Bühne WC-Bereiche |
87,00 m² 272,00 m² 48,60 m² 33,00 m² |
| Obergeschoss: | Umkleideräume | 48,00 m² |
Raumprogramm Kindergarten
| Gruppen- und Nebenräume | 190,00 m² |
| Leiterin und Personalraum | 36,00 m² |
| Therapie und Mehrzweckraum | 86,00 m² |
Nettogrundfläche (Nutz- Verkehrs- und Technikfläche)
| Kaisersaal | 731,59 m² | (NF 589,95 m², VF 96,83 m², TF 44,81 m²) |
| Kindergarten | 528,55 m² | (NF 396,14 m², VF 132,41 m²) |
| Summe Nettogrundfläche | 1.260,14 m² |
Rauminhalt
| Kaisersaal | 4.628,95 m³ |
| Kindergarten | 3.160,60 m³ |
| Summe Rauminhalt | 7.789,55 m³ |
Geschätzte Baukosten
| Kaisersaal | ca. 1.850.000 € |
| Kindergarten | ca. 990.000 € |
| Gesamtkosten | ca. 2.840.000 € |
Raumkonzept
Das Architekturbüro Viethen aus Erkelenz entwarf einen Gebäudekomplex, mit einem eingeschossigen L-förmigen 2-Gruppen-Kindergarten, der sich an den kompakten zweigeschossigen Baukörper des Kaisersaals anschließt. Die Gesamtanlage umschließt einen zum Luna-Park geöffneten Innenhof. Dieser Innenhof kann für größere Veranstaltungen im Freien, sowohl vom Kaisersaal als auch vom Kindergarten genutzt werden. Der Kaisersaal orientiert sich mit seinem Eingang zum zukünftigen Ortszentrum dem Immerather-Markt. Der Eingang des Kindergartens wurde bewusst auf die ruhigere Jackerather-Straße gelegt.
Das Verblendmauerwerk der Außenfassade setzt sich im Gebäudeinneren als Sichtmauerwerk fort. Wichtige Raumbereiche wie Flure, Treppenhaus und der Veranstaltungssaal sind mit dieser besonders robusten Wandoberfläche versehen.
Die eingebauten Fliesenböden bilden, mit ihrer an Solnhofenerplatten erinnernden sandfarbenen Optik, einen harmonischen Kontrast zum dunkelroten Ziegelmauerwerk.
Das realisierte Raumkonzept des Kaisersaals ermöglicht es, kleinere als auch größere Veranstaltungen auszurichten. Der Veranstaltungsraum verfügt über eine Grundfläche von 272 qm und kann für bis zu 320 Personen bestuhlt werden.
Das Gebäude wurde nach den neuesten energetischen Standards gebaut und als sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ auch von RWE-Power gefördert. Hierdurch wird der Jahresenergiebedarf erheblich gesenkt werden. Ein modernes Heizungssystem wird von einer Luft-Wärmepumpe und zusätzlich in der extrem kalten Jahreszeit von einer Gastherme versorgt und die Lüftungsanlage ist standardmäßig mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die komplette Beleuchtung wird über Präsenzmelder aktiviert und schaltet sich selbstständig nach vorgegebenen Zeitfenstern wieder aus.
Nachdem die Maßnahme planmäßig im August 2010 beginnen konnte, kam es durch den langen Winter 2010/11 und die starke Baukonjunktur zu Verzögerungen im Bauablauf. Die Insolvenz des Bauunternehmers führte zu einer weiteren Verschiebung des Fertigstellungstermins.







