Gedenken an die Reichspogromnacht

Anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht legte Bürgermeister Peter Jansen einen Kranz auf dem Jüdischen Friedhof an der Neusser Straße nieder, warnte vor dem Erstarken des rechten Randes in unserer Gesellschaft und mahnte, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen. „Sich erinnern und sich einbringen gegen jegliche Art der Verfolgung von Menschen, Hassreden und Diffamierung anderer“, dazu forderte Jansen in seiner Rede auf. „Wir wissen heute um die Gefahren“, sagte er und dennoch scheine es, als werde die ganze Welt immer radikaler. „Gehen Sie nach der Gedenkfeier bitte unter die Menschen in Ihrem Umfeld und kümmern Sie sich darum, dass auch diese nicht vergessen.“

 

Anschließend zogen die rund 60 Teilnehmenden zum Alten Rathaus. Der Weg dahin führte an zwei Stolpersteinen vorbei, an denen kurz Halt gemacht wurde, um an die Personen, an die sie erinnern, zu gedenken.




 





Unter den Arkaden des Alten Rathauses warteten bereits die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule, die gemeinsam mit ihren Lehrkräften ein Programm mit eindringlichen Texten und Liedern vorbereitet hatten. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr ein Gedicht einer Enkelin einer aus Erkelenz vertriebenen Jüdin, das die Musiklehrer ins Deutsche übersetzt und vertont haben.

 

Im Anschluss an die Gedenkfeier bestand Gelegenheit, sich die Wanderausstellung „We, the six million“ im Alten Rathaus anzusehen. Sie  zeigte Lebenswege von Opfern der Shoa aus dem westlichen Rheinland in Bildern und Geschichten. Die abstrakte Zahl von sechs Millionen erhielt so einen anschaulichen Inhalt und rückt die Menschen und ihre Schicksale in den Fokus. Die Ausstellung, wurde von der Gemeinschaftshauptschule in Kooperation mit dem Heimatverein Erkelenz und der RWTH Aachen nach Erkelenz geholt und betreut.


Vor rund 20 Jahren hat eine Arbeitsgruppe der Gemeinschaftshauptschule im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU) die Patenschaft für den Jüdischen Friedhof und die Gestaltung der jährlichen Gedenkfeier übernommen. Die Schüler kümmern sich auch um die regelmäßige Pflege der Grabstätten.

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