Erkelenz treibt Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks voran

Im Klimaschutzkonzept der Stadt Erkelenz wurde unter anderem festgelegt, den kommunalen Fuhrpark Schritt für Schritt auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Stand heute sind drei Elektroautos, ein Plug-in-Hybrid und vier Pedelecs in der Verwaltung im Einsatz. 2018 wird ein weiteres Dienstfahrzeug der Verwaltung durch ein E-Auto ersetzt.

Auch der Fuhrpark des städtischen Baubetriebshofs wird sukzessive auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Dazu wurde vom Klimaschutzmanager Oliver Franz beim Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative ein Förderantrag für zehn Elektroautos, mehrheitlich Kleintransporter bzw. kommunale Nutzfahrzeuge, beantragt und bewilligt.

Die Förderung beträgt 50 Prozent der Investitionskosten inklusive der Ladeinfrastruktur am Baubetriebshof. Die Elektrofahrzeuge werden im Zeitraum 2018 bis 2020 konventionell betriebene Bestandsfahrzeuge ersetzen.

Erstes E-Fahrzeug beim Baubetriebshof

Das erste elektrische Fahrzeug des Baubetriebshofs ist ein Rückwärtskipper mit Müllaufbau, der zur Abfallkorbentleerung und Abfallentsorgung eingesetzt wird. Es handelt sich um einen Umbau des Nissan e-NV200 Kastenwagen der neuesten Generation, der im Frühjahr 2018 auf den deutschen Markt gekommen ist.

Das umgebaute Fahrzeug verfügt für seinen Einsatzzweck über:

  • Pritschenaufbau mit Rückwärtskipper
  • Abfallsammelbehälter als geschlossener Kasten mit Schiebeklappen
  • Aufbewahrungskasten für Besen, Schaufel etc.
  • eine Sicherheitsausstattung mit Rundumleuchte und Rückfahrkamera

Der Fahrzeugumbau basiert auf Erfahrungen der Aachener Stadtbetriebe, die einen solchen Umbau auf Basis des Nissan e-NV200-Vorläufermodells erfolgreich im Einsatz haben.

Weniger Schadstoffe + weniger Lärm = mehr Lebensqualität

Die Umstellung eines städtischen Fuhrparks auf elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge in dieser Größenordnung dürfte im Landkreis einzigartig sein. Sie wird die Treibhausgasemissionen des Fuhrparks signifikant reduzieren, da die Fahrzeuge mit zertifiziertem Ökostrom geladen werden, den die Stadt Erkelenz für alle Liegenschaften bezieht. Die Fahrzeuge verursachen zudem keinerlei lokale Schadstoffemissionen sowie keinen Lärm und tragen daher direkt zur Lebensqualität der Bürger und Besucher von Erkelenz bei.

Ökonomie und Klimaschutz

Das Fahrzeug ist trotz eines nicht zuletzt durch den Umbau bedingten hohen Anschaffungspreises von 49.900 Euro durch die gewährte Förderung von 50 Prozent für die Stadt wirtschaftlich. „Der Mehraufwand wird über die Förderung komplett abgedeckt“, erklärt Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz. Die laufenden Betriebskosten (Tanken/Laden sowie Wartung) werden voraussichtlich deutlich unter denen eines konventionellen Fahrzeugs liegen. Durch die Garantie auf das Fahrzeug von fünf Jahren bis 100.0000 Kilometer und die Garantie auf die Batterie von acht Jahren bis 160.000 Kilometer sind eventuelle Risiken durch die vergleichsweise neue Technologie gering.

Die konventionell betriebenen Kleinlaster der Stadt emittieren gemessen an den real erfassten Kraftstoffverbräuchen in der Regel deutlich mehr als 250 g CO2/km. Die Elektrofahrzeuge die am Baubetriebshof mit zertifiziertem Ökostrom betankt bzw. geladen werden, erzeugen im Betrieb hingegen keinerlei Emissionen und sind ein Beitrag der Stadt zum Klimaschutz.

Mit gutem Beispiel voran gehen

Mit der Umstellung ihrer Fahrzeugflotte möchte die Stadt Erkelenz zudem die Praxistauglichkeit der E-Fahrzeuge für die Öffentlichkeit wahrnehmbar dokumentieren und auch örtliche Unternehmen von der Machbarkeit des Einsatzes von Elektrofahrzeugen überzeugen. „Diesen Wagen gibt es auch ohne den Sonderaufbau als ganz normalen Transporter. Damit wird er zum Beispiel auch für Handwerksbetriebe interessant“, wirbt Lurweg.

E-Fahrzeug Baubetriebshof.jpg

Von links: Karl-Heinz Schiffers (Leiter des Baubetriebshofes), Ansgar Lurweg (Technischer Beigeordneter), Bürgermeister Peter Jansen, Hubert Engels (Mitarbeiter des Baubetriebshofes) und Stefan Heinrichs (Leiter des Baubetriebs- und Grünflächenamtes) stellen das neue Elektrofahrzeug vor, mit dem künftig die Abfallkörbe im Stadtgebiet geleert werden.

Foto: Stadt Erkelenz/Isabell Wyes

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