Jahresrückblick beim „Schöffenessen“

Mit dabei waren die Rats- und Kreistagsmitglieder, Vereinsvertreter sowie Vertreter von der Stadt verbundenen Unternehmen und Institutionen. Die Veranstaltung bildet den symbolischen Abschluss des Arbeitsjahres und bietet Rahmen für einen Rückblick.

In seiner Ansprache spannte Bürgermeister Peter Jansen einen Bogen von den „großen Medienthemen“ hin zu den Themen, die Erkelenz im ablaufenden Jahr schwerpunktmäßig beschäftigt hatten. Besonders am Beispiel Klimaschutz, Energiewende und Tagebau zeige sich, dass die auf  höheren Ebenen  diskutierten Themen auch in Erkelenz ihre Wirkung entfalteten oder zu Diskussionen führten. Bedauernd müsse man zur Kenntnis nehmen, dass die sogenannte Kohlekommission noch kein Ergebnis hervorgebracht habe. Der für Anfang Dezember geplante Abschlussbericht soll nun erst im Februar 2019 veröffentlicht werden. Wegen der Verzögerung stehe auch ein „Fahrplan für einen früheren Ausstieg aus dem Braunkohletagebau und den dazu nötigen Szenarien zur Sicherung der Energieversorgung und der Vermeidung von Strukturbrüchen“ aus. Positiv habe Jansen empfunden, dass er und andere Bürgermeister und Bürgermeisterinnen aus den Tagebaukommunen sich als lokale Ebene in einer Arbeitsgruppe der Kommission  als sachkundig einbringen konnten. „Erschrocken war ich jedoch, wie wenig die hohe Politik die lokalen Auswirkungen der verschiedensten Szenarien auf dem Schirm hatten.“ Jetzt gelte es, einen „vernünftigen Kompromiss und einen gesamtgesellschaftlichen Konsens“ herzustellen, denn „das Besetzen von Extrempositionen hilft nicht!“

 

Ministerpräsident schreibt…

Viele Betroffene in den Erkelenzer Umsiedlungsorten seien verunsichert. „Und nicht wenige haben das Gefühl, die Umsiedler sind eigentlich nur Spielball oder  nur das Spielfeld im Spiel Klimaschutz versus Energiesicherheit“. Durch den Besuch des Ministerpräsidenten Armin Laschet am 10. November seien möglicherweise Hoffnungen geweckt worden, „die, soweit ich das abschätzen kann, nicht alle Realität werden können“, betonte Jansen. „Die Entscheidungsverantwortung  liegt eindeutig auf höheren Ebenen.“ Im Rahmen des Besuches hatten Betroffene aus den Umsiedlungs- und den Tagebaurandorten die Gelegenheit genutzt, Armin Laschet ihre Sorgen vorzutragen. Einen kleinen Erfolg aus dem medienwirksamen Besuch konnte der Bürgermeister beim Schöffenessen verkünden: „Heute erreichte mich ein Schreiben des Ministerpräsidenten, in dem er erklärte, die Sorgen der Menschen nachvollziehen zu können und sich um einige Dinge persönlich kümmern zu wollen.“ Einen besonderen Dank richtete Jansen an die Bürgerinnen und Bürger in den Umsiedlungs- und Randdörfern, die sich „in den Arbeitskreisen für die Gestaltung der Zukunft engagieren.“

 

Landespolitik für Erkelenz

Aber auch weitere „hohe Besuche“ aus den Landesministerien zählte Jansen auf: Heimatministerin Ina Scharrenbach hatte sich über die Situation im Umfeld des Tagebaus informiert und Unterstützung in Aussicht gestellt. Verkehrsminister Hendrik Wüst hatte bei seinem Besuch bekanntgegeben, die Landesstraßenumgehung bei Golkrath und Gerderhahn wieder auf die Prioritätenliste gesetzt zu haben, und Staatssekretär Andreas Bothe hatte sich dem Thema Flüchtlinge und Integration gewidmet. „Erkelenz wird vielfältig wahrgenommen - hohes Engagement zahlt sich eben aus“, zog der Bürgermeister ein positives Resumee.

 

GIPCO und andere Erfolge

Vorangekommen sei man auch wieder in der Entwicklung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden (GIPCO). Hierbei verwies Jansen auf Neuansiedlungen wie der Unternehmen Jotec Tortechnik und AP Dichtungstechnik sowie auf den kürzlich vollzogenen Start zur vierten Erweiterung. Nachdem sich vor einem Jahr eine fest geplante Großansiedlung unverhofft zerschlagen hatte, war für diese Fläche eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht worden, so dass nun mehr kleinere Grundstücke für mehr Unternehmen angeboten werden können. Man bleibe bei der „Philosophie der vernünftigen Relation zwischen Fläche und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen als Entscheidungskriterium“, erläuterte Jansen die strategische Ausrichtung der Ansiedlungspolitik. Zufrieden äußerte er sich über die Fortschritte an der Aachener Straße, wo die Ansiedlung des Obi-Baumarktes – „im letzten Jahr noch  mit Fragezeichen versehen“ – realisiert werden konnte und die  Vermarktung von Restflächen auf dem Gelände voranschreite. Auch für die Fläche rund um das ehemalige Amtsgerichtsgebäude gebe es Interessenten, sagte Jansen mit Verweis auf einzuhaltende Vorgaben des Landes beim Ausschreibungsverfahren.

 

Viel gebaut – Vereinsstätten, Schulen, Kitas

Dass 2018 viel gebaut und „massiv die nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur für Vereine und Bürger angepackt“ worden sei, hob Jansen positiv hervor. Als Beispiele nannte er die Um- und Anbauten von Mehrzweck- und Turnhallen, den Ersatzneubau am Cusanus-Gymnasium, Neubauten von Feuerwehrgerätehäusern und den Kauf von Löschfahrzeugen. Lobend erwähnte er die Eigeninitiative von Vereinen bei der Ertüchtigung und Errichtung von Sportstätten. „Ein großes Thema war auch die ad-hoc-Erweiterung der Kita-Plätze“, erklärte Jansen. Wegen der Nachfrage der Eltern nach mehr und längeren Betreuungszeiten war nicht  nur das Raumangebot erweitert, sondern auch das Personal im Erziehungsdienst um rund zehn Stellen aufgestockt worden. „Kinder als unsere Zukunft sind uns wichtig“, betonte Jansen, „und wir wachsen weiter.“ Neben der geplanten Errichtung eines weiteren Kindergartens an der Südpromenade – im ehemaligen „Familie-Harf-Haus“- seien im städtischen Haushalt auch für 2019 viele freiwillige Leistungen und (Bau-)Maßnahmen für das gesamte Stadtgebiet eingeplant. „Wir können uns flächendeckend für die Zukunft aufstellen.“

Zukunftsorientiert sei auch das Integrierte Handlungskonzept, das unter dem Slogan „Erkelenz 2030 – meine Heimat macht Zukunft“ auf den Weg gebracht wurde und bei dem „das Engagement von Politik, Bürgern, Immobilienbesitzern und Einzelhandel erwartet wird.“

 

Dank

Anerkennung zollte der Bürgermeister ehrenamtlich tätigen Menschen, so beispielsweise den Akteuren im Heimatverein der Erkelenzer Lande, „der mit dem virtuellen Museum die untergehenden Dörfer im Bewusstsein hält und noch vieles mehr bewegt.“ Ebenso dankte er den Dorfgemeinschaften in Granterath und Golkrath für die Ausrichtung ihrer 900-Jahr-Feiern im September 2018 sowie den „Freunden der Burg“ und dem Förderverein Hohenbusch, die sich um die historischen Bauten der Stadt kümmern. Der Vorsitzende des Fördervereins Hohenbusch, Frank Körfer, in diesem Jahr erstmalig zu Gast beim Schöffenessen, durfte sich über einen überraschenden Geldsegen freuen: die traditionelle Sparschweinsammlung des Abends kommt der Vereinskasse zugute. Zudem wurden ihm  Spenden der Kreissparkasse Heinsberg und der Volksbank Mönchengladbach zugesagt.


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Einen musikalischen Hörgenuss bot den Gästen des Schöffenessens der Kammerchor „canticum amicis“ unter Leitung von Josef Paczyna und mit Professor Norbert Brendt am E-Piano.



Danach folgte der gesellige Teil des  Abends mit dem traditionellem Grünkohlessen.

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