Mehr Kita-Plätze in Erkelenz

Das Familie-Harf-Haus an der Südpromenade hat bereits eine lange Geschichte. Bald soll es nach mehreren Zwischennutzungen einer neuen Bestimmung übergeben werden und künftig etwa 40 Kindern, davon zehn unter drei Jahren, Raum zum Spielen geben. Aktuell laufen die Planungen, und finanzielle Mittel für den Umbau wurden in den städtischen Haushalt für das kommende Jahr eingestellt.

Wenn der Rat der Stadt dem Haushalt in seiner Sitzung am 18. Dezember zustimmt, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Im Spätsommer 2019 könnte dann schon eine neue zweigruppige Kindertagesstätte ihren Betrieb aufnehmen.

Geplant ist auch eine weitere Kita im Oerather Mühlenfeld. Erste Planungs- und Konzeptarbeiten sind im Gange. In dem Wohngebiet leben inzwischen rund 2.000 Menschen, darunter sind viele junge Familien mit Kindern.

Die gute Bevölkerungsentwicklung, aber auch gesellschaftliche Trends führen zur gestiegenen Nachfrage und dem Wunsch vieler Eltern nach früherer Betreuung und längeren Betreuungszeiten für ihre Kinder. Dem trägt die Stadt Rechnung durch den Neu- und Umbau von Kindertagesstätten und durch einen hohen Zuwachs an Personal.

So wurde auch die Kita Schulring in den Räumen der ehemaligen Pestalozzi-Schule geschaffen, um den Bedarf zu decken. Zuletzt wurde sie noch einmal ausgebaut und der Außenbereich für die wachsende Kinderzahl vergrößert. Jetzt gibt es hier Platz für 82 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren.

 

Harf-Haus – Haus mit Geschichte

Das Familie-Harf-Haus wurde 1908 von Viehhändler Siegmund Harf gebaut, der von 1919 bis 1924 der erste jüdische Ratsherr in Erkelenz war und sich sehr für seine Heimatstadt engagierte. Harf selbst starb bereits 1928, seine Frau konnte rechtzeitig in die USA fliehen. Seine beiden Söhne Alfred und Heinrich starben jedoch in Vernichtungslagern. Das Gebäude gehört heute der Stadt, war bis 2014 Sitz des Jobcenters in Erkelenz und wurde zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Den Namen „Familie-Harf-Haus“ beschloss der Rat der Stadt seinerzeit in Erinnerung an seine einstigen Besitzer und das Schicksal der Juden in Erkelenz und Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus. Zwei Stolpersteine vor dem Haus erinnern ebenfalls daran.

 

Foto: Tageseinrichtung für Kinder Schulring

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