Gedenken 80 Jahre nach der Reichspogromnacht

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"Auch in Erkelenz war die Progromnacht für die jüdischen Mitbürger ein einziger Alptraum“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen. Nur wenige Erkelenzer hätten damals den Mut gefunden zu protestieren, die Mehrheit habe geschwiegen. In der Nacht vor 80 Jahren habe „die Gesellschaft schon zu lange zu viel zugelassen“. Viele hätten sich „anstecken lassen“ und mitgemacht. „Es geht nicht darum, Menschen aus der damaligen Zeit an den Pranger zu stellen“, betonte er. „Wir dürfen aber nicht vergessen, was damals geschah, denn wir wissen um die Folgen.“ Heute müsse man „mit allen Mitteln gegen das weltweite Aufleben von Menschenhass und Terror angehen. Unsere Welt kann dauerhaft nur überleben, wenn wir uns gegenseitig respektieren und alle Anstrengungen unternehmen. Gewalt darf keinen Platz bekommen. Die Geschehnisse von vor 80 Jahren könne man heute nicht mehr gutmachen, „aber wir können mit unserem Gedenken zeigen, dass wir uns an die Menschen und ihr Leid erinnern."

Der Bürgermeister dankte den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften, die die Feier vorbereitet hatten und mit Texten und Liedern ihre Gedanken zum Ausdruck brachten.

Vor mehr als zehn Jahren hat eine Arbeitsgruppe im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU) die Patenschaft für den Jüdischen Friedhof und die Gestaltung der jährlichen Gedenkfeier übernommen. Die Feier steht immer unter einem besonderen Motto. „In diesem Jahr haben die Schülerinnen und Schüler versucht, nachzuempfinden, wie sich die Opfer damals gefühlt haben, erklärte Lehrer Jochen Oberle, der die Arbeitsgruppe leitet. „Durch Filme und einen Besuch in Ausschwitz im letzten Jahr wurde ihnen dies ermöglicht.“ Die Schüler kümmern sich auch um die regelmäßige Pflege der Grabstätten.

 

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Wie jedes Jahr waren auch diesmal rund 100 Zuhörer zu der Feier gekommen, darunter viele Ratsvertreter, ehemalige Schüler und Akteure des Heimatvereins.

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