Mobilität in Erkelenz: Die Zukunft im Blick

1,8 Millionen Kilometer legen die Erkelenzer pro Werktag im Durchschnitt zurück. Das entspricht fast der fünffachen Entfernung zwischen Mond und Erde. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Erkelenzer im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich oft aktiv, also zu Fuß oder mit dem Fahrrad, fortbewegen. Mehr als jeder dritte Weg wird so umweltfreundlich und gesundheitsfördernd bewältigt. Trotzdem dominiert das Auto das Mobilitätsverhalten der Erkelenzer auf vielen Wegen.

„Mit einem Anteil von 18 Prozent an allen Wegen, haben wir im Radverkehr schon viel erreicht, aber es ist noch Luft nach oben“, so Bürgermeister Peter Jansen. „Der hohe Wert spricht dafür, dass unsere Bürgerinnen und Bürger ihre alltäglichen Besorgungen gut ohne Auto erledigen können und wir eine intakte Versorgungsstruktur haben. Dennoch kann man sich nicht auf diesen Erfolgen im Radverkehr ausruhen.“

Mehr Strecken mit dem Rad möglich
Im Alltag wird das Fahrrad meist für Kurzstrecken genutzt, hier gibt es noch viel Potenzial. Zwar ist bereits ab einer Distanz von zwei Kilometern das Auto das häufigste gewählte Verkehrsmittel, aber 36 Prozent der Wege in Erkelenz sind kürzer. Und 55 Prozent der Wege sind kürzer als fünf Kilometer: Eine Strecke, die ebenfalls gut mit dem Rad zurückgelegt werden könnte und somit Potenzial bietet. Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung von Pedelecs, die auch gerne für Fahrten bis zehn Kilometer und weiter genutzt werden.

Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel
Neue Mobilitätsangebote wie etwa Carsharing bieten ebenfalls gute Möglichkeiten und sollen auch in Erkelenz eingeführt werden. „Interesse an der Nutzung von Carsharing liegt bereits bei zahlreichen Befragten vor. Gleichzeitig gilt es jedoch, für eine breite Akzeptanz zu werben“, erläutert Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz, eine der zukunftsweisenden Maßnahmen der Mobilität.

Auch das Angebot des öffentlichen Verkehrs wird gut genutzt: Jeder Fünfte fährt auf längeren Strecken bereits mit Bus und Bahn. Bestehende Angebote sollen nun auch für kürzere Strecken mehr beworben werden. Das Bus- und Bahnangebot wird aber kritisiert: Pünktlichkeit und Direktverbindungen fehlen den Befragten. Auch das Tarifsystem sei verbesserungswürdig. Insbesondere sehen das die Erkelenzer so, die im Gebiet des benachbarten Verkehrsverbundes Rhein/Ruhr arbeiten. Für Strecken in die benachbarte Stadt Mönchengladbach werden Bus und Bahn nur vergleichsweise wenig genutzt.

Hohe Beteiligung an der Untersuchung
Die Mobilitätsuntersuchung liefert die Grundlage für eine zukunftsfähige Mobilitäts- und Verkehrsplanung in Erkelenz. Dazu wurden 5.500 zufällig ausgewählte Haushalte im September und Oktober 2018 aufgefordert, sich an der Befragung zu beteiligen. Inhalte der Befragung waren neben einem Haushaltsfragebogen auch Fragen zur persönlichen Mobilität und ein Wegeprotokoll für verschiedene Berichtstage. Insgesamt haben sich mehr als 1.800 Bürgerinnen und Bürger an der Untersuchung beteiligt.

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