Neujahrsempfang der Stadt Erkelenz

In seiner Ansprache umriss Bürgermeister Peter Jansen die Vielfalt der Aufgaben einer Stadt, die „stets in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext stehen.“ Dies erfordere eine Gesamtstrategie und den „stetigen Gesamtüberblick über die Themenlandkarte“.

Der in den nächsten Jahren zu erwartenden „Steuerzahler- und Arbeitskraft-Delle“ müsse entgegengewirkt werden. „Die heute kurz vor der Rente stehende stärkste Bevölkerungsgruppe wird bald dem Arbeitsmarkt fehlen, weil weniger nachrücken“, erklärte Jansen. Entgegen dem allgemeinen Trend im ländlichen Raum sei Erkelenz bei der Bevölkerungsentwicklung relativ stabil, „weil wir uns kümmern, dass Erkelenz sich als attraktiver Wohn- und Arbeitsort weiterentwickelt.“ Welche Faktoren für Zuzug und Bevölkerungswachstum sorgen, erläuterte der Bürgermeister anhand von Beispielen, Bildern und Zahlen. Hier können Sie sich die gezeigte Präsentation herunterladen.

Bauland
„2019 wird mit der Erschließung und Vermarktung für die Baugebiete Gerderath, Hetzerath und Kückhoven begonnen, so dass bald 100 weitere Grundstücke zur Verfügung stehen. 2020/2021 folgen die Erweiterung des Oerather Mühlenfeldes und in Schwanenberg sowie einige kleinere Gebiete mit rund 400 Grundstücken.“

Unternehmen und Arbeitsplätze
„Natürlich binden Arbeitsplätze und gute Verdienstmöglichkeiten vor Ort die Bürgerinnen und Bürger oder ziehen solche an“, so Jansen. „Der Arbeitsplätze haben sich gut entwickelt, alleine in den letzten zehn Jahren sind rund 2.700 sozialversicherungspflichtige Plätze hinzugekommen.“ Für die dritte Erweiterungsfläche des GIPCO, deren Erschließung im Dezember begonnen worden war, seien bereits Grundstücksverhandlungen mit ansiedlungswilligen Unternehmen im Gange.

Kinderbetreuung
„Ein großes Thema war im letzten Jahr die Notwendigkeit zur ad-hoc-Erweiterung des Angebotes in den Kindergärten wegen der gestiegenen Nachfrage der Eltern nach mehr und früherer Betreuung der Kinder“, erklärte Jansen. Die Umbauten und Erweiterung bestehender Kitas konnten dank „einer schlagkräftigen Truppe im Baubereich und aufgrund solider Finanzen angepackt werden.“ 2019 entsteht ein neuer Zwei-Gruppen-Kindergarten an der Südpromenade, und ein weiterer Neubau ist für das Oerather Mühlenfeld in Planung.

Schulen
„Gute Bildung ist Zukunftspotential für die Stadt, für unsere Unternehmen und eine weiterhin gute Bevölkerungsstruktur“, hob Jansen hervor. Hohe Ausstattungsstandards in Schulen ziehe Menschen an und binde diese an Erkelenz. „Von guten Lernmitteln, einem Konzept für die Digitalausstattung bis hin zu Erweiterungsbauten für den Offenen Ganztag und sozialen Projekten“ seien viele Projekte umgesetzt oder in Planung.

Vereine
„Viel bürgerschaftliches Engagement wird gerne und gut von der Stadt unterstützt“, betonte Jansen. „Die Erweiterung des Bürgerhauses Gerderath und rund 200 weitere Investitionen zur Ertüchtigung und Verbesserung des Angebotes für Vereine, Dorf- und Bürgergemeinschaften sind für das laufende Jahr eingeplant, und auch in der mittelfristigen Finanzplanung sind Großprojekte, wie ein Bürgerzentrum im Oerather Mühlenfeld und eine neue Mehrzweckhalle in Kückhoven, vorgesehen.“

Finanzstark
„Mit einer vernünftigen Finanzpolitik haben wir uns Spielräume für die Zukunft erarbeitet, die vieles ermöglichen.“ Auch im Vergleich zu anderen Mittelstädten im ländlichen Raum könne Erkelenz eine komfortable eigene Finanzkraft nachweisen. „Ein Polster, das geeignet ist, die demografisch schwierigere Zeit gelassen anzugehen.“

Sonderthema Tagebau – einzigartig in dieser Ausprägung
„Eine einzigartige Sonderaufgabe für Erkelenz in dieser Ausprägung ist das Themenfeld Braunkohlentagebau“, betonte Jansen. „Die Umsiedlung geht mit rasender Geschwindigkeit voran, die Eile kommt von den Umsiedlern. Rund zwanzig Prozent der Betroffenen haben bereits am neuen Standort gebaut oder sind unterwegs.“ 2019 werde mit der Schaffung der sozialen Infrastruktur begonnen, kündigte Jansen an. Dazu gehören der „Sportpark Keyenberg-Kuckum“, eine Mehrzweckhalle, der Friedhof, Grünflächen und Feuerwehrgebäude.

Dorfentwicklung am Tagebaurand
Auch die Umsetzung erster Maßnahmen aus den Dorfentwicklungskonzepten der Tagebauranddörfer Venrath, Kaulhausen und Holzweiler kündigte Jansen an. Darüber hinaus gelte es, in den nächsten Jahren die politische Leitentscheidung, „die Holzweiler seinerzeit gerettet hat, rechtlich im Braunkohlenplan zu verankern“. In dem Zusammenhang begrüßte Peter Jansen auch die Vertreterin aus dem NRW-Wirtschaftsministerium, Dr. Alexandra Renz, „die in Erkelenz aus der Zusammenarbeit in Sachen 2. Leitentscheidung bestens positiv bekannt ist.“

Kohlekommission und Folgen für Erkelenz
Von der 2018 in Berlin eingesetzten sogenannten Kohlekommission erwartet der Bürgermeister zeitnah Ergebnisse und von der Bundesregierung eine Entscheidung zur Zukunft des Braunkohlenabbaus. „Alles was auf höheren Ebenen entschieden wird, hat auch Auswirkungen auf Erkelenz. Daher müssen wir dringend gemeinsam weiter unsere Ansprüche geltend machen. Wir wollen nicht nur Spielball und Spielfeld für Medienzirkus sein. Das wird den Betroffenen nicht gerecht!“

Strukturwandel
Den anstehenden Strukturwandel im Zuge des Auslaufens des Braunkohletagebaus plant Erkelenz gemeinsam mit Mönchengladbach, Jüchen und Titz. Der Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft hat seine Geschäftsstelle in Kuckum eröffnet,  berichtete Jansen. „Gemeinsam suchen wir nach Projekten und entwickeln nachhaltige Strategien für die beste Zukunft.“ Dazu gehören Infrastrukturmaßnahmen, Verkehrswege- und Gewerbegebietsplanung sowie neue Wohnformen. Von dem in Berlin geschnürten Förderpaket werde auch das Rheinische Revier profitieren.

Soft-Faktoren
Zur Gesamtstrategie der Stadt gehörten auch „Softfaktoren“, betonte Jansen, und konkret nannte er die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements, den Ausbau des Bürgerservices in der Stadtverwaltung und „die Hermann-Josef-Stiftung als geschätzte Institution der Daseinsfürsorge und immerhin größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb.“

Europa
An sein Publikum appellierte der Bürgermeister abschließend, sich am 26. Mai an der Europawahl zu beteiligen. Auch kündigte er das geplante Europafest an, das vom 25. bis 27.Oktober mit den Städtepartnern und deren Partnern in Erkelenz gefeiert werden soll. Er dankte dem Verein „Erkelenz international“ für die Planung und Organisation des Festes.

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Über die Ankündigung freute sich besonders die Europaabgeordnete Sabine Verheyen aus Aachen, die nach der Rede gerne für ein Gruppenfoto mit dem Erstem Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen (l.) und Bürgermeister Peter Jansen posierte.




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Musikalisch umrahmte den Neujahrsempfang die Bigband des Cusanus-Gymnasiums unter Leitung von Thorsten Odenthal

 

 




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