Relief kehrt nach Hohenbusch zurück

„Auf verschlungenen Wegen“ sei das Bildnis zurück zur Stadt gelangt, berichtete Dr. Hans-Heiner Gotzen bei einem Pressegespräch. Zu dem Holzrelief, das „Christus in der Kelter“ darstellt, erzählte der Erste Beigeordnete folgende Geschichte: Im Zuge der Auflösung des Klosters 1802 sei das Relief zunächst in die Kirche von Golkrath und nach dem II. Weltkrieg in das dortige Pfarrhaus gelangt.

Später wurde es in private Hände weitergegeben. Immer mit der Bitte versehen, das Kunstwerk zu schützen. „Im März vergangenen Jahres stand dann ein Ehepaar in meinem Büro und übergab mir das Relief“, so Dr. Gotzen weiter. Er nahm das Bildnis dankbar an: „Jetzt ist genau das geschehen, was wir immer erhofft haben: dass Dinge, die einst zum Kloster gehört haben, an diesen Ort zurückkehren.“

 

Etwas ganz Besonderes
Begeistert zeigte sich Frank Körfer, der Vorsitzende des Fördervereins Hohenbusch. „Das Relief bereichert die Dauerausstellung und ist etwas ganz Besonderes, denn wir besitzen verhältnismäßig wenig Originale. Von daher ist es toll, jetzt dieses Exponat zeigen zu können.“ Zudem nehme das Relief auch im Kreis Heinsberg eine Sonderstellung ein. „Es handelt sich um eine Barockarbeit, die ursprünglich aus einem Landstrich stammen muss, in dem Weinbau betrieben wird.“

 

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Alle Beteiligten sind stolz auf das wertvolle Exponat, dem Frank Körfer natürlich einen Ehrenplatz in der Ausstellung gegeben hat: (v.l.n.r.) Martin Fauck, Dr. Hans-Heiner Gotzen, Frank Körfer, Pfarrer Werner Rombach

(Foto: Stadt Erkelenz)

 

Symbol: „…das Gute zum Leben“
Eigentümerin des Reliefs ist die Pfarre Christkönig. Für Pfarrer Werner Rombach war es nur folgerichtig, das Relief der Stadt Erkelenz - als heutiger Eigentümerin von Haus Hohenbusch - als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Symbolisch stelle das biblische Bildnis dar, „wie Jesus zwischen Gutem und Bösem trennt und das Gute zum Leben führt“, erklärte Rombach. Möglicherweise sei das Kunstwerk noch älter als vermutet, denn in der Kunst hat das Bildnis von Christus in der Kelter im Hochmittelalter begonnen zu existieren.“

Gezeigt worden war das Relief zuletzt im Jahre 1958 in einer Ausstellung im Alten Rathaus. Schon damals habe man das Kunstwerk dem ehemaligen Kreuzherrenkloster-  zugeschrieben, so Dr. Gotzen. Erwähnung fand das Werk auch  in dem 1998 erschienenen Buch „Kostbares und Schönes im Kreis Heinsberg“, in dem darüber spekuliert wird, dass das Relief Teil einer Wandverkleidung oder eines kunstvoll geschnitzten Wandschranks gewesen sein könnte.

Umfassend restauriert
Bevor das Bildnis nach Hohenbusch zurückkehren konnte, gab es viel zu tun für Restaurator Jürgen Bandsom aus Leverkusen, wie Martin Fauck, von der unteren Denkmalbehörde, berichtete. „Der Restaurator hatte festgestellt, dass die Oberfläche in der Vergangenheit mehrfach nicht fachgerecht bearbeitet worden ist und dass es einen Insektenbefall gab.“ Deshalb habe er zunächst Verfärbungen und unsaubere Kittungen entfernt, dann unsaubere Risse verschlossen, die Oberfläche mit neuem Überzug versehen und schließlich das Bildnis retuschiert und gereinigt.

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Das Relief ist 88 Zentimeter hoch und 39 Zentimeter breit. Es wurde aus einem 3,5 Zentimeter starken Lindenholzbrett herausgearbeitet.

 


Ausstellung geöffnet

Betrachtet werden kann das Kunstwerk in der Dauerausstellung von Haus Hohenbusch, die ab dem 1. März wieder jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr, sowie nach vorheriger Anmeldung beim Förderverein, geöffnet hat.

(Fotos: Stadt Erkelenz)

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