Feuerwehrfest: Neue Kameradschaft, neues Gebäude, neues Fahrzeug

Bei perfektem Wetter strömten hunderte Menschen zum neuen Standort und feierten dort die offizielle Zusammenlegung der bislang eigenständigen Löschgruppen zur neuen Löscheinheit Borschemich-Keyenberg-Kuckum sowie die Übergabe und Einsegnung des Gebäudes und des neuen Löschfahrzeugs.

Helmut van der Beek, Leiter der Erkelenzer Feuerwehr, am Rednerpult.

Von einem „historischen Moment“ sprach der Leiter der Erkelenzer Feuerwehr, Helmut van der Beek, als er die Zeit Revue passieren ließ. Im Zuge der Umsiedlung war eine Neustrukturierung nötig, das sei allen von Anfang an klar gewesen. Von den ersten Überlegungen bis hin zur konkreten Idee einer Fusion war es ein langer Weg, der von allen Seiten lösungsorientiert begleitet worden sei, so van der Beek. Erste gemeinsame Übungen fanden vor rund zehn Jahren statt, und ein langsames Zusammenwachsen zeichnete sich ab. Schließlich traten die Einheitsführer Thomas Sieben (Borschemich), Dietmar Zurmahr (Kuckum) und Josef Heinrichs (Keyenberg) an die Wehrleitung heran, um Möglichkeiten einer Fusion zu erörtern. „Das macht mich wirklich stolz“, betonte Wehrleiter Helmut van der Beek.

Martin Fauck, Hochbauamtsleiter, am Rednerpult.

Mit der Fusion der Einheit „B-K-K“ verbunden waren viele Aufgaben. Dazu zählte vor allem die Suche nach einem gemeinsamen Standort sowie Planung, Entwurf und Bau des Gebäudes. Mit den Planungen begann das Hochbauamt Ende 2018, im Frühjahr 2020 starteten die Bauarbeiten, und im August dieses Jahres war das Gebäude bezugsfertig, wie Hochbauamtsleiter Martin Fauck ausführte. „Für eine Feuerwehr müssen stets besondere Anforderungen erfüllt sein; wir bauen keinen Luxus, aber es geht um Wertigkeit, die gewährleistet sein muss.“

Der Zusammenschluss der Löscheinheit Borschemich-Keyenberg-Kuckum sei „fast geräuschlos verlaufen und ist eine zukunftsfeste, nachhaltige, kluge Entscheidung mit Weitsicht“, betonte Bürgermeister Stephan Muckel.

Bürgermeister Stephan Muckel am Rednerpult.

Den Feuerwehrkameraden und –kameradinnen überbrachte er „Glückwünsche aus Rat und Verwaltung zur Fusion, zum neuen Gebäude und neuen Fahrzeug“. Das neue LF 10 wurde von der Firma Wiss in Herbolzheim gefertigt. Dort holte ein Team der Feuerwehr in Begleitung des Bürgermeisters das Fahrzeug im August ab. „Ich wollte wissen, was es heißt, ein Fahrzeug abzuholen und nach Erkelenz zu bringen“, schilderte Muckel diese für ihn neue Erfahrung. Spannend sei gewesen, „vor Ort zu sehen, wie Wehrleute auf ein neues Fahrzeug eingewiesen werden und wie engagiert sie sich mit den technischen Besonderheiten vertraut machen.“

Das Leitwort der Feier „Neue Kameradschaft – neues Gebäude – neues Fahrzeug“ symbolisiere Zusammenhalt und Aufbruch, sagte der Bürgermeister. Dieser Slogan, so erwähnte er, stamme von Hans-Willi Schulte, unter dessen Federführung das Fest organisiert wurde. „Für den riesigen Einsatz rund um die Feierlichkeiten sage ich ihm und allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön.“

Hans-Willi Schulte hielt nicht nur alle Fäden in der Hand, sondern führte auch gekonnt durch das Programm und moderierte die verschiedenen Aktionen.

Das Feuerwehrgerätehaus

  • Raumprogramm
    • Fahrzeughalle: 187 m² für 4 Fahrzeuge mit Werkstatt und Lager
    • Umkleiden für Damen und Herren mit Duschen und Toiletten
    • Schulungsraum: 65 m² mit Teeküche
    • Büro
  • Energieeffizienz
    • Beheizung mit regenerativen Energien (Erdwärme), die auch zur Kühlung im Sommer genutzt werden kann.
  • Kosten
    • Bau: 1.600.000 Euro
    • Ausstattung: 48.000 Euro

In einer kleinen Zeremonie segneten Pfarrer Günther Jendges und Feuerwehrseelsorgerin Ursula Rothkranz Gebäude und Fahrzeug ein. Anschließend übernahm Löscheineinheitsführer Thomas Sieben mit Freude den Fahrzeugschlüssel entgegen.

Nach dem offiziellen Teil gab es ein buntes Programm, Leckeres vom Grill und ein riesiges Kuchenbuffet. Zu bestaunen waren auch historische Fahrzeuge und Gerätschaften aus dem Rheinischen Feuerwehrmuseum Lövenich. Die Jugendfeuerwehr begeisterte am Nachmittag mit einer Übung, bei der sie ihr erlerntes Knowhow zeigte.

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