Mitte September 2026 kam es erneut zu einer Absackung. Betroffen ist eine Fläche, die im Sanierungskonzept bereits berücksichtigt ist. Bevor es zur Absackung kam, hatte es in dem Bereich Setzungen gegeben. Die Stadt beobachtet die gesamte vom Sanierungskonzept betroffene Fläche.
Kurz & knapp
- Im Dezember 2024 gab es Komplikationen bei der unterirdischen Kanalsanierung in der Kölner Straße zwischen Commerzbank und dem Bekleidungsgeschäft Hut Jansen.
- Im Sommer und der zweiten Hälfte des Jahres 2025 sackte das Pflaster an mehreren Stellen entlang der Kölner Straße absackte, da der Untergrund ausgespült worden war. Die betroffenen Stellen wurden daraufhin provisorisch aufgearbeitet, damit Fuß- und Radverkehr weiterhin möglich ist.
- Von Ende 2025 bis Juli 2026 liefen Bodenuntersuchungen, unter anderem mit externen Bodengutachtern. Es wurde ermittelt, wie die Schäden entstehen konnten. Aufbauend auf den Ergebnissen der Untersuchungen wurde die passende Strategie zur Behebung der Schäden erarbeitet.
- Im ersten Quartal 2027 soll die Sanierung der schadhaften Stellen beginnen. Bis dahin werden die entsprechenden Arbeiten vorbereitet. Dazu gehört unter anderem eine Ausschreibung nach einem passenden Unternehmen, das auf die Sanierung solcher Schäden spezialisiert ist.
So ist der Schaden entstanden
Als die Erkelenzer Innenstadt 2022 bis 2025 umgebaut wurde, wurden auch zahlreiche Abwasserkanäle saniert. In der Kölner Straße zwischen Altem Rathaus und Commerzbank/Hut Jansen wurde an zwei Abwasserkanälen gearbeitet. Ein näher an der Straßenoberfläche liegender Kanal wurde saniert, ein tieferliegender Hauptkanal wurde vollständig erneuert. Aufgrund seiner Lage und der in Teilen engen Bebauung innerhalb der Fußgängerzone in der Kölner Straße fand die Erneuerung des tieferliegenden Kanals in bergmännischer Bauweise, im Stollenbauverfahren, statt.
Der marode Kanal, insgesamt etwa 100 Meter lang, wurde in zwei Abschnitten erneuert, zunächst ab Januar 2024 zwischen Altem Rathaus bis etwa zur Mitte des Marktplatzes, dann ab Oktober 2024 zwischen Markt und Commerzbank/Hut Jansen.
Im zweiten Bauabschnitt war es im vergangenen Jahr teilweise zu Absackungen des Pflasters gekommen. Die Absackungen wurden im September 2025 provisorisch aufgearbeitet.

Um das Schadensbild vollständig zu ermitteln und darauf aufbauend eine passende Sanierungsstrategie zu entwickeln, hat die Stadt Erkelenz eng mit externen Fachleuten zusammengearbeitet.
Bereits Ende 2025 wurde als Ursache für die Absackungen ein ausgespülter Untergrund, hervorgerufen durch Starkregenereignisse, in Kombination mit dem noch nicht verfüllten Stollenvortrieb der damals laufenden Kanalsanierung vermutet.
Die Untersuchungen des beauftragten Ingenieurbüros Taberg, das seine Ergebnisse im Juli 2026 im Bauausschuss vorstellte, bestätigen dies.
Das externe Ingenieurbüro untersuchte die Bauweise des Stollens, die teilweise parallellaufenden Arbeiten verschiedener Unternehmen und die extremen Starkregenereignisse im Mai, Juli und September 2025.
Zunächst stellte das Ingenieurbüro heraus, dass das gewählte Stollenbauverfahren vom Grundsatz her ein bewährtes und das richtige Verfahren ist, um in engen Fußgängerzonen wie in der Kölner Straße Abwasserkanäle zu erneuern.
Neben der Erneuerung des Hauptabwasserkanals im Stollenbauverfahren erneuerten die Versorger auch ihre Strom-, Gas- und Trinkwasserleitungen, außerdem wurde Glasfaser verlegt und es wurden Kanalhausanschlüsse repariert. Geplant war, dass die verschiedenen Gewerke baubetrieblich getrennt voneinander arbeiten. Zunächst sollte der Kanal im Stollenbauverfahren erneuert werden, danach sollten die anderen Gewerke folgen.
Im tatsächlichen Bauablauf hat sich eine Überlappung der Bauarbeiten ergeben. Trotz der Umstellung auf einen Zweischichtbetrieb benötigte der Stollenvortrieb mehr Zeit als in der Planung angenommen wurde.
Während im zweiten Bauabschnitt zwischen Markt und Hut Jansen/Commerzbank gearbeitet wurde, kam es zusätzlich zu mehreren, kurz aufeinander folgenden Starkregenereignissen. Im Juli 2025 wurden dabei mit einer Regenmenge von 54 mm die Werte für das sogenannte hundertjährliche Regenereignis überschritten, kurze Zeit später ereignete sich ein weiteres Starkregenereignis, in dem innerhalb sehr kurzer Zeit die Werte für ein 30-jährliches Regenereignis überschritten wurden.
Das Regenwasser drang auf verschiedenen Wegen in den Stollen ein und nahm den umliegenden Lößlehm sowie Füllmaterial aus der Umgebung in den Stollen mit. So spülte das Regenwasser Hohlräume zwischen den Stollen und die Straßenoberfläche, die schlussendlich zu den Absackungen des Pflasters führten.
Das Ingenieurbüro stellte in seinem Gutachten fest, dass der Schaden nicht auf einzelne Beteiligte zurückzuführen ist. Es war zum Zeitpunkt der Arbeiten nicht erkennbar, dass eine Überlappung der Gewerke zu dem vorliegenden Schaden führen konnte oder dass eine andere Arbeitsweise in der Kölner Straße notwendig gewesen wäre.
Im September 2025, kurz nach dem Starkregen am 9. September, wurde der Stollen verfüllt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hohlräume bereits entstanden. Durch die Verfüllung des Stollens wurde der Prozess, der zu den Absenkungen führte, zwar unterbrochen, jedoch belegt eine regelmäßige Überwachung des Bodens, dass es nach wie vor kleinere Setzungen gibt. Dies legt nahe, dass trotz der Verfüllung der offensichtlichen Hohlräume im September 2025 noch weitere zu wenig verdichtete Bereiche im Untergrund vorhanden sind.
Lösung des Problems und Sanierung
Um diese zu eliminieren, hat das Ingenieurbüro in seinem Gutachten vorgeschlagen, in einem vorab definierten Raster ein spezielles mineralisches Produkt in den Boden zu injizieren, das üblicherweise zur Verfestigung instabiler Untergründe eingesetzt wird.
Die Stadt Erkelenz folgt dem Vorschlag des auf Umwelt, Bergbau und Geotechnik spezialisierten Ingenieurbüros und bereitet noch in 2026 die Ausschreibung vor, um ein für die Sanierung der Kölner Straße geeignetes Unternehmen zu finden. Geplant ist, dass die Sanierung Anfang 2027 nach den nassen Wintermonaten beginnt.
Darauf sollen die Bauarbeiten in der Ostpromenade folgen, die im Mai 2026 durch den Bauausschuss beschlossen wurden.


